
Anna Margarete Eiken
Fachanwältin für Familienrecht
Mediatorin (BAFM)
Jörg Wagler
Fachanwalt für Strafrecht
und Mediator
In ihrem persönlichen Trennungskonflikt sind Partner der Beziehungen auf der Paarebene gefangen. Dies beeinträchtigt sie in ihrer Fähigkeit, sich untereinander zu verständigen und notwendige Entscheidungen zu treffen, die sie gemeinsam tragen können.
Wenn Einvernehmen erzielbar ist, dann heißt dies, dass dies zu schnelleren und weniger belastenden Lösungen führen kann.
Zu der Frage, wie Familienmediation ablaufen kann, ist schon viel im Internet veröffentlicht, um eine erste Vororientierung zu erreichen.
Familienmediation ist nicht nur die bloße „Regelung von familienrechtlichen Angelegenheiten“. Sie ist eine Brücke, um aus tiefen Krisen einer vollständigen Lebensumstellung, die mit der Trennung verbunden ist, wieder herauszuführen. Untersuchungen haben ergeben, dass eine Trennung wider Willen anderen existenzbedrohenden Verlusten gleichzusetzen ist. Die Phasen ergeben sich, so unterschiedliche Untersuchungen,wie folgt
• die sogenannte Isolationsphase, d. h. das Nicht-Wahrhaben-Wollen des Geschehens steht im Vordergrund, der verlassene Partner zieht sich verletzt zurück.
• die Phase der Aggression und des Zorns. Das ist die Zeit in der der Partner für alles verantwortlich gemacht wird, was die Beziehung belastet hat. Der Wunsch ist heimzuzahlen, sich zu rächen.
• die Phase des Verhandeln-Wollens. Der, der die Beziehungsänderung als aufgezwungen erlebt, versucht alle Angebote zu unterbreiten, um drohende Veränderungen abzuwenden, führt dies nicht zum gewünschten Erfolg, folgt:
• die Phase der Selbstaufgabe, der Resignation, das bedeutet, dass die schmerzliche Veränderung als unabwendbar durchlebt wird.
• Nach dem Durchleiden kommt irgendwann die Zeit der Akzeptanz. Es ist ein Zeitpunkt erreicht zum gemeinsamen Planen der getrennten Zukunft. Zeit und Energie können verwendet werden für den „Aufbruch zu neuen Ufern“.
Stehen Beziehungspartner an unterschiedlichen der oben skizzierten Punkten, ist es die Aufgabe von Mediatoren, Gleichgewichte zu setzen, Hilfestellungen zu geben, um eine effiziente Zusammenarbeit beider Partner zu ermöglichen.
Deshalb kann Familienmediation auch in jeder Phase des Trennungsprozesses gelingen, soweit der jeweilige „Standort“ der einzelnen Partner mit in die Mediation einbezogen wird.